BUNDjugend NRW - Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz in Nordrhein-Westfalen

Bericht: Die Folgen unseres Rohstoff-Hungers

Vom 21. bis 23. Oktober fand der zweite Teil der MultiplikatorInnen-Schulung „Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit“ in Borschemich statt – einem Dorf bei Mönchengladbach, das in wenigen Jahren für die Erweiterung des Braunkohletagebaus abgebaggert werden soll. Hier, am Rande des „Lochs“, wurde uns lebhaft bewusst, welche Folgen unser überdimensionierter Energie- und Rohstoffbedarf mit sich zieht.

Im Zentrum des Wochenendes standen lange Gespräche mit einem von der Umsiedlung betroffenen Anwohner und die Besichtigung der Umgebung: der sich ins Land fressende Braunkohlebagger, entvölkerte Ortschaften, Friedhöfe, die umziehen müssen. Dabei wurde deutlich, dass der Energieriese RWE die Lebensläufe der AnwohnerInnen von der gesponserten Butterbrotdose im Kindergarten bis hin zur Leichen-Umbettung beherrscht.

Doch es ist nicht nur die Braunkohle, deren Abbau verheerende ökologische und soziale Konsequenzen mit sich bringt. Bei den Vorträgen in unserem gemütlichen – nicht mehr lange existierenden – Tagungshaus wurde klar, dass sich das Muster von Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzungen im Umkreis von Bergbau-Projekten weltweit wiederholt: ob bei den Ölsanden in Kanada, den Goldminen in Ghana oder der Bauxitgewinnung in Indien. Zwischen diesen ganzen düsteren Fakten war es sehr inspirierend, dass wir einen Aktivisten aus Holland zu Gast hatten, der uns zahlreiche Beispiele von mutigen und verrückten Widerstandsbewegungen nahe brachte. So dass am Ende des Wochenendes nicht Frustration und Verzweiflung stand, sondern Lust auf eine eigene Aktion!