Ich wollt ich wär kein Huhn - der Aktivenpool der BUNDjugend in Aktion

Am 7. und 8. 2. führten wir, der Aktivenpool der BUNDjugend NRW, in Wesel und Köln eine Protestaktion gegen Massentierhaltung durch. Am Aktiventreffen Ende letzten Jahres beschlossen wir, nach einigem Überlegen, was gerade aktuell ist und uns interessiert, gegen die in NRW boomenden Hühnchenmastanlagen zu protestieren. Wir wollten den Leuten klarmachen, dass diese Tierfabriken in jeder Hinsicht schädlich sind: weder bringen sie Arbeitsplätze, noch qualitativ hochwertiges Fleisch. Ganz zu schweigen von den Umweltfolgen: Bodenbelastung durch übergroße Güllemengen, Grundwasserbelastung durch Nitrat, Luftbelastung durch das extrem klimaschädliche Gas Methan. Und dass diese Anlagen allein aufgrund der unmenschlichen (/-tierische) Behandlung und Lebensweise der Tiere unakzeptabel sind, weiß inzwischen eigentlich jeder: 26 Hühner auf einem m², keine Sonne, keine Möglichkeit zu Scharren und zu Picken. Einmal am Tag kommt ein Angestellter, um die toten Hühner rauszusammeln. Und das sind nur einige Beispiele.

Also ließen wir uns etwas einfallen, was die Menschen schockt: Wir stellten selber die toten Hühner aus dem Supermarkt dar. Vier von uns „verkleideten“ sich als Ware aus der Frischfleischtheke: Nur mit hautfarbener Unterwäsche bekleidet wickelten wir sie auf Styroporplatten in Frischhaltefolie ein. Etikett draufgeklebt, fertig!

Es sah beeindruckend echt aus, und viele Schaulustige wollten gar nicht glauben, dass dort Menschen drinsteckten. An die Personen, die durch unsere Hähnchen und Hühnchen angelockt wurden, verteilten wir Flyer, informierten sie über Massentierhaltungsanlagen und diskutierten mit ihnen. In Wesel legten wir besonderes Augenmerk auf die Hühnermastanlagen, die in Schermbeck, nahe Wesel, gebaut werden sollen; die Anwohner und Schaulustigen waren interessiert und viele teilten unsere Ansichten. Auch die Presse, die wir vorher einluden, erschien zahlreich, es kam sogar ein kleiner Bericht im Radio. In Köln war es schon etwas schwieriger, da auf der Domplatte, wo wir unsere Aktion durchführten, mehr Touristen als Alltagsmenschen unterwegs waren - so dienten wir auch als Attraktion und Fotomotiv. Doch auch dort konnten wir viele Menschen erreichen und informieren. Insgesamt verteilten wir nahezu 500 Flyer. Nicht schlecht, oder?! Wir hatten viel Spaß und wollen die Aktion auf jeden Fall noch mal durchführen, später im Jahr, vielleicht in Münster. Und: wir brauchen noch interessierte Menschen, also: Jeder, der sich dafür interessiert und mitmachen will, ist herzlich willkommen!  ( :

Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung: fabienne.grebe(at)bundjugend.net

Fotos zu der Aktion gibt's hier