BUNDjugend  
Bericht: Anti-Kohle-Camp

Bericht: Anti-Kohle-Camp

Rund 150 Teilnehmer*innen kamen am letzten April-Wochenende zum Anti-Kohle-Camp der BUNDjugend unweit des Tagebaus Garzweiler. Das Camp war der Mittelpunkt der Anti-Kohle-Kette, bei der am 25. April ca. 6.000 Menschen mit einer Menschenkette gegen die klimaschädliche Braunkohle und für konsequenten Klimaschutz demonstrierten. Von Freitag bis Sonntag bot das Camp zudem viel Raum für Information und den Austausch mit Gleichgesinnten.

Am Samstag reihten sich die Camp-Teilnehmer*innen in die von tausenden Menschen gebildete, rund 8 Kilometer lange Menschenkette ein und waren damit Teil der größten Demonstration, die das rheinische Braunkohlerevier jemals gesehen hat. Mit Fahnen, selbst gebastelten Xen und einem großen Banner bildeten die Jugendlichen einen unübersehbaren Block. Ihre Mahnung „Unsere Zukunft entscheidet sich hier!“.

Die Demonstrant_IGP5589.JPG-resized*innen setzten mit ihrer Kette den Baggern des Braunkohletagebaus Garzweiler eine symbolische Grenze. „Die Dörfer hinter dieser Linie dürfen nicht abgebaggert werden, andernfalls sind die selbst gesteckten Klimaschutzziele nicht erreichbar“ so Camp-Teilnehmer Nathan Niedermeier. „Ich freue mich, dass heute so viele auf die Straße gegangen sind, um für den Schutz der Dörfer und Landschaft hier und für konsequenten Klimaschutz zu demonstrieren.“

Zu dieser Thematik bot das Camp von Freitag bis Sonntag zahlreiche Workshops. Nach dem Aufbau der Zelte startete das Aktionswochenende am Freitag mit Banner nähen und malen, Aktionsmaterial basteln sowie Workshops zu Braunkohle, Energiewende und dem Energieprojekt Smart Energy(smergy). Aktivist*innen aus ganz Deutschland und den Nachbarländern konnten sich  bei leckerem veganem Essen und Kaffee auf die Anti-Kohle-Kette vorbereiten und stärken. Bei Musik und Limonade wurde bis spät in die Nacht gefeiert.

Nach der Kette wurde im Camp der Film „La Buena Vida“ über Kohleabbau in Kolumbien uraufgeführt an den Feuertonnen weiter diskutiert und neue Freundschaften geschlossen. Am Sonntag blieb nach einem gemütlichen Frühstück noch genügend Gelegenheit sich überanstehende Aktionen im Klimajahr 2015 bis hin zur Weltklimakonferenz im Dezember in Paris auszutauschen und weitere Aktivitäten zuplanen.

„Wer von Klimaschutz redet, kommt nun an dem Ausstieg aus der Braunkohleverstrommung nicht vorbei.“ so Verena Leyendecker, Klimaexpertin der BUNDjugend NRW. „Dafür haben wir uns hier stark gemacht. Und wir werden auch den G7-Gipfel und die Klimakonferenz COP 21 in Paris kritisch begleiten. Deutschland und Europa müssen hier voran gehen und ehrgeizige Reduktionsziele vorlegen.“