BUNDjugend  
Bericht: Ohne Geld durch die Welt

Bericht: Ohne Geld durch die Welt

Eine Woche ohne Geld auskommen – und dadurch viele neue Begegnungen und Möglichkeiten erleben: Das war die Mission unserer unerschrockenen Gruppe, die vom 5.-10. Oktober in Essen zusammenkam. Um es kurz zu machen: Es hat funktioniert. Wir haben nicht nur viele schöne Orte in Essen gesehen und engagierte Menschen dort kennengelernt, wir haben auch viel Neues ausprobieren können und uns inhaltlich mit dem Thema Geld beschäftigt.

Aber fangen wir von vorne an. Nach der Ankunft am Montag und ein paar lustigen Einstiegsspielen ging es direkt zur Frage aller Fragen: Wovon werden wir diese Woche leben? Wir sammelten die Grundbedürfnisse eines Menschen auf einem Plakat und kamen auf Luft, Essen, Wasser, Schutz (z.B. Kleidung und Behausung), soziale Beziehungen und ein Ziel. Dank der Villa Rü in Essen Rüttenscheid hatten wir zumindest schon einmal einen Schlafplatz und eine schöne Küche, die wir nutzen konnten. Wir durften sogar im Sportgebäude der Grundschule nebenan duschen. Unsere Bedürfnisse Luft, Wasser und Schutz waren also erfüllt. Das Essen, was wir dabei hatten, war allerdings nicht ausreichend, um 15 Leute eine Woche lang satt zu machen….

Drei Stunden später sah das schon ganz anders aus. Dank vieler netter Menschen und ein bisschen Verhandlungsgeschick war es allen gelungen, Lebensmittel aufzutreiben, sodass wir uns mit einem leckeren Abendessen stärken konnten. Einige waren von Tür zu Tür gezogen und hatten sich durchgetauscht, andere hatten in Läden und Cafés nachgefragt, ob sie ihre Arbeitskraft gegen Lebensmittel eintauschen könnten. Das Fazit nach diesem ersten Tag war: Es hat erstaunlich gut funkioniert und die meisten Menschen waren viel großzügiger und aufgeschlossener als erwartet.

In den darauffolgenden Tagen unternahmen wir viele schöne und sehr unterschiedliche Dinge: Wir halfen auf einer Streuobstwiese der NAJU und in zwei verschiedenen Gemeinschaftsgärten der Transition Town Bewegung. Einige waren bei der Ausgabe der Tafel dabei, andere halfen in der Bahnhofsmission, backten Kekse in einem Seniorenheim, spielten mit Kindern oder gingen mit einem Hund Gassi. Im Reformhaus und im veganen Supermarkt durften auch ein paar Menschen arbeiten und bekamen viele leckere Lebensmittel dafür geschenkt. Ein ganz besonderes Menü bekamen wir am Mittwoch Abend aufgetischt: Rohköstlich und vegan. Es war sehr spannend, sich über diese besondere Lebensweise auszutauschen und ein Erlebnis, die Gurkenspaghetthi mit veganer „Käse“soße zu essen.

Mit verschiedenen Methoden setzten wir uns auch immer wieder mit Geld, Zinsen, Wirtschaftswachstum und dem Zustand unserer Welt auseinander. Vor allem beschäftigten wir uns mit Alternativen und der Frage, wie wir eigentlich gern leben würden und wo wir uns in 10 Jahren sehen. Als wir am Samstag auseinander gingen, war ich um viele schöne Begegnungen und Erlebnisse reicher – vielen Dank dafür an die tolle „Ohne Geld durch die Welt“ Gruppe!