BUNDjugend  
Bericht & Video: "TTIP & CETA stoppen"

Bericht & Video: „TTIP & CETA stoppen“

Nach Angaben der Veranstalter war es mit 250.000 Teilnehmer*innen die größte Demo, die Berlin seit Jahren gesehen hat. Auch wir haben das überwältigende Interesse und den starken Wunsch, die Stimme gegen die geplanten Freihandelsabkommen zu erheben, deutlich gespürt. Unsere 25 Zugtickets von Köln nach Berlin waren innerhalb weniger Wochen ausverkauft, die Warteliste wuchs von Tag zu Tag. Um all den motivierten jungen Menschen die Möglichkeit geben zu können, ihre Meinung mit der BUNDjugend auf die Straße tragen zu können, buchten wir kurzerhand einen größeren Bus und machten uns auf den Weg nach Berlin zur ersten bundesweiten Großdemo „TTIP und CETA stoppen!“. Ein Video von unserer Fahrt zum Aktionswochenende findet ihr hier.

Am Freitag, den 9.Oktober starteten wir um 12 Uhr in Köln und wuchsen in Bochum, Hamm, Bielefeld und Hannover auf eine Gruppe von insgesamt 50 Personen an. Die lange Fahrt verkürzten wir uns mit einem inhaltlichen Input zum historischen Hintergrund und den Gefahren von Freihandelsabkommen und einem kleinen Wettbewerb, um den besten Slogan für die anstehende Demo zu finden. Unter den zahlreichen großartigen Ideen wurde durch Applaus „Von TTIP halten wir nicht viel, denn es ist ein Lobbydeal!“ zum Gewinner gekührt und die kreativen Köpfe dahinter mit einer Tafel veganer Schokolade belohnt. Um kurz nach 22 Uhr kamen wir mit unvermindert guter Laune in Berlin an. Im Rahmen des BUNDjugend Aktionswochenendes übernachteten wir mit ca. 200 weiteren Jugendlichen aus ganz Deutschland in einer Schule in Berlin-Stegliz. Nachdem wir mit Isomatten und Schlafsäcken unser Lager in Klassenräumen und der Turnhalle bezogen haben, erwartete uns ein wohl verdientes warmes Abendessen. Bei Limo und Bier saßen wir noch bis tief in die Nacht zusammen, begrüßten bekannte Gesichter, lernten neue kennen und bastelten Aktionsmaterial für den kommenden Tag.

Der Samstag begann für viele zwar etwas zu früh, trotzdem versammelten sich alle pünktlich zum Frühstück und dem anschließenden Briefing. Mit Fahnen, Tierkostümen und selbstgemalten Plakaten machten wir uns auf den Weg durch das kalte aber wunderbar sonnige Berlin zum Hauptbahnhof. Dort hatte sich bereits eine beeindruckende Menschenmenge zusammengefunden, die im Laufe des Vormittags noch erheblich anwachsen sollte. Gemeinsam mit den Jugendorganisationen anderer namenhafter Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutzverbände und Gewerkschaften bildeten wir einen gemeinsamen, bunten Jugendblock. Zum Auftackt durchbrachen wir mit viel Lärm und Power eine sinnbildliche Mauer um deutlich zu zeigen, dass wir uns durch TTIP, CETA und Co. nicht unsere Zukunft verbauen lassen! Begleitet von einem Lautsprecherwagen, der uns mit wummernden Bässen einheizte, liefen wir singend, tanzend und schreiend durch die Straßen von Berlin! „Wir sind bunt, wir sind laut, weil ihr noch auf TTIP baut“ war ebenso zu hören wie der Siegerspruch unserer Busfahrt. Entlang des Kapellenufers, vorbei am Friedrichstadt-Palast und dem Brandenburger Tor endete die Demo schließlich mit einer großen Kundgebung an der Siegessäule. Dort erwarteten uns zahlreiche Info- und Essensstände sowie eine gigantische Bühne, auf der sich spannende Redner*innen wie Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND, die Klinke in die Hand gaben.

Erschöpft aber glücklich versammelten wir uns abends wieder in der Schule, um nach dem Essen mit neuer Energie in die Workshopphase zu starten. Hier wurden neben nachhaltigem Reisen auch der Zusammenhang zwischen Freihandel und Flucht, Wirtschaft jenseits von Wachstum und die Klimaproteste Rund um die COP 21 in Paris diskutiert.

Sonntags trafen wir uns, um gemeinsam Fotos und Presseberichte anzuschauen, Feedback zu geben und uns zu verabschieden. Erschöpft aber glücklich machten wir uns anschließend auf den Weg zurück nach NRW.

Wir bedanken uns herzlich bei den Organisator*innen der Demo, des Aktionswochenendes und ganz besonders bei den engagierten jungen Menschen, die mit uns zu dieser spektakulären Aktion gefahren sind! Alle, die an dieser Fahrt leider nicht teilnehmen konnten, haben bei der COP 21 im Dezember und bei der „Wir haben es satt“-Demo im Januar 2016 nochmal die Chance, mit dem Aktionsnetzwerk ein aufregendes, aktives und lustiges Wochenende zu verbringen und für globale Umweltthemen auf die Straße zu gehen!

Wir freuen uns auf euch!