BUNDjugend  
Kristin Mindemann und Manfred Mistkäfer Kristin im Interview

Multiplikator*innen-Interview: Kristin berichtet!

In regelmäßigen Abständen werden an dieser Stelle Personen aus dem Verband zu Wort kommen und aufzeigen, warum sie für die BUNDjugend NRW in der Bildungsarbeit aktiv sind. Wir starten mit Kristin Mindemann aus Iserlohn (BUND & BUNDjugend Hagen).

Seit wann bist Du im BUND/BUNDjugend aktiv und wie ist es dazu gekommen?

Durch mein FÖJ 2001 im BUND-Umweltzentrum Hagen bin ich aktiv geworden. Nach dem Abi und vor dem Bio-Studium wollte ich mich praktisch für die Natur engagieren. Meine Aufgaben während des FÖJs waren schwerpunktmäßig Kartierungsarbeiten, Öffentlichkeitsarbeit, praktische Naturschutzmaßnahmen sowie die Gründung und Leitung einer Kindergruppe. Für die BUNDjugend habe ich in dem Rahmen am Naturerlebnis Marienhof drei Ferienfreizeiten durchgeführt.

Die Kindergruppe habe ich während meines Grundstudiums weitergeführt und mich auch an weiteren Aktivitäten der BUND Kreisgruppe Hagen beteiligt.

Während meiner dann folgenden Zeit in Kiel habe ich den Kontakt zur Kreisgruppe nur sporadisch aufrechterhalten können. Nach meiner Rückkehr 2009 wurde ich direkt in den BUND-Vorstand der Kreisgruppe Hagen gewählt und habe eine neue BUND-Kindergruppe gegründet.

Welche Aufgaben/Funktionen hast Du aktuell in Deiner Kreis- bzw. Ortsgruppe?

Seit 2013 leite ich zwei Kindergruppen. Die eine Gruppe ist für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren, die andere für Kindergartenkinder und ihre (Groß-)Eltern. Zudem begleite ich eine Jugendgruppe und bin Mitglied des Vorstandes. Hauptamtlich leite ich zwei Umweltbildungsprojekte für die BUNDjugend in Hagen. Außerdem bin ich seit 2013 als Honorarkraft für den BUND an mehreren Offen Ganztagsschulen mit Umweltagenten-AGs und Ferienangeboten aktiv.

Als Sprecherin des Landesarbeitskreises Umweltbildung engagiere ich mich für die Weiterentwicklung der Umweltbildungsarbeit im Verband und der Vernetzung der Akteur*innen.

Wie sieht Deine Bildungsarbeit konkret aus?

Mir ist es bei meiner Arbeit wichtig, die Menschen, mit denen ich arbeite, zu begeistern, ihr Interesse und ihre Neugierde zu wecken selber auf Entdeckungstour zu gehen. Dabei geht es mir bei aller Begeisterung und Naturerfahrung auch darum Wissen zu vermitteln. Denn nur dann gelingt es mir Menschen langfristig anzusprechen. Wenn ich „nur“ ein nettes Erlebnis erzeuge, dann wird das schnell von anderen Begebenheiten verdrängt, wenn mir gelingt, dass die Teilnehmer*innen sich direkt angesprochen fühlen und ihre eigene Wissbegierde zu wecken, dann kann ich Menschen langfristig ansprechen. Deshalb erachte ich die Umweltbildungsarbeit für den BUND als Gesamtverband für so wichtig.

Was war Dein schönstes/schlimmstes Erlebnis dabei?

Mein gruseligstes Erlebnis hatte ich bei einer Veranstaltung zum Thema „Frühling“. Während eines Gespräches, warum Apfelbäume blühen, das sich unter den Kindern entwickelt hatte, fragte ein Teilnehmer, warum das denn wichtig sei. Äpfel gebe es doch das ganze Jahr im Supermarkt. Ich habe etwas gebraucht, bis ich gemerkt habe, das meint er ernst… Gerade dieses Erlebnis hat mir nochmal verdeutlicht, dass und warum Umweltbildungsarbeit durch den BUND so wichtig ist.

Für mich ist es toll zu erleben, mit welcher Begeisterung sich Kinder und Jugendliche für die Natur anstecken lassen, ihre neugierigen Fragen gemeinsam mit ihnen zu beantworten und zu sehen, wie sie immer selbständiger immer tiefer in die Entdeckung einsteigen. Besonders gefreut hat es mich, als ich ein Kind aus meiner allerersten BUND-Kindergruppe Jahre später bei einer Jahreshauptversammlung des BUND Hagens wiedergetroffen habe, und er dann aktiv in die ehrenamtliche Arbeit eingestiegen ist.

Für uns als BUND ist es aus meiner Perspektive wichtig, dass wir schon junge Menschen für unsere Umwelt begeistern. Es ist sicherlich auch wichtig den sibirischen Tiger zu schützen, wir dürfen dabei aber die Natur vor unserer Haustür nicht vergessen. Und frei nach dem Motto „nur was ich kenne, dafür setze ich mich ein“, sollten wir so viele Menschen wie möglich für den Schutz unserer Umwelt begeistern.

Hast Du einen Geheimtipp für Andere?

Mein Geheimtipp ist nicht neu und auch nicht geheim 😉. Steckt mit eurer Begeisterung andere an, denn das, was wir „vorleben“, überzeugt andere mehr als tausend kluge Worte.

Was ist Deine Motivation, Dich im Natur- und Umweltschutz zu engagieren?
Ich bin als Kind direkt am Wald aufgewachsen. Wir waren ständig draußen, haben dort Buden gebaut, entdeckt und geforscht. Dies war für mich eine sehr kostbare Zeit, durch die Natur und Umwelt und deren Schutz mir sehr wichtig geworden sind. Diese Selbstverständlichkeit, mit der wir damals draußen unterwegs waren, ist heute vielen längst nicht mehr vergönnt. Dieses gerade Kinder und Jugendlichen im städtischen Umfeld zu ermöglichen, und sie dann mit all ihrer Neugier und Begeisterung draußen zu erleben, ist ein wichtiger Aspekt meiner Motivation. Darüber hinaus denke ich, haben wir aber auch eine große Verantwortung für unsere Natur und Umwelt und deren Schutz. Meine Erfahrung in der Umweltbildungsarbeit hat mir dabei deutlich gezeigt, dass das Motto „nur was ich kenne, dafür setze ich mich ein“ viel mehr ist als ein weiser Spruch.

Was sind Deine Ziele/Wünsche für die Zukunft?

Über die Umweltbildungsarbeit des BUND viele (junge) Menschen für die Natur zu begeistern und ihnen diese ans Herz zu legen.