BUNDjugend  

Visionssuche & Umweltaktivismus – wie passt das zusammen?

Die Visionssuche ist ein Übergangsritual für die Überwindung von Althergebrachtem zu Beginn einer neuen Lebensphase. Scheinbare Gegensätze wie Mensch & Natur, Vergangenheit & Zukunft oder Innen & Außen werden hierbei in eine sinnstiftende Verbindung gebracht.

Wer sich in unserer komplexen Welt für Veränderungen unserer Gesellschaftengagiert, wird ständig neu herausgefordert, sich zwischen Polaritäten auszubalancieren: Zwischen lautstarkem Protest gegen Bestehendes einerseits und leiser Entwicklung zukunftsorientierter Alternativen andererseits. Zwischen dem Aussenden von Impulsen in die Gesellschaft und deren Verwirklichung im eigenen Leben. Zwischen der Dringlichkeit für wirksames Handeln und dem immer wieder erforderlichen Hinterfragen der Wirksamkeit durch bewusstes Innehalten.

Begreifen wir die gegenwärtige Zeit ökologischer und sozialer Krisen als Übergangsphase in eine gereiftere Menschheit, gibt es auch gesamtgesellschaftlich gesehen Parallelen zu diesen persönlichen Herausforderungen. Wenn uns Aktivismus als Kritik am Bestehenden allein nicht ausreicht und wir tiefer auf die Ursachenebene schauen, rückt konsequenterweise der Mensch mit seinen Bedürfnissen in den Vordergrund. Dann stellt sich die Frage, wie diese mit den natürlichen Ressourcen in Balance zu bringen sind. Im Bestreben, als Menschheit solidarisch / gemeinsam und verantwortlich auf diesem endlichen Planeten zu leben, verbirgt sich für uns auch der Wunsch nach einem tieferen Verständnis unserer Selbst.

Wir sehen die Visionssuche als eine wirksame Methode, um Verständnis für die menschlichen Unvollkommenheiten sowie Vertrauen in die menschlichen Potentiale und das Leben an sich zu gewinnen. Eine solche Verstehens- und Vertrauensbasis ist für die Entwicklung einer selbstverantwortlichen Kultur aus unserer Perspektive mindestens förderlich, wenn nicht sogar unabdingbar. Darum macht es unseres Erachtens Sinn, auf diese Weise zu einer bewussten Verbindung zwischen Mensch und Natur beizutragen – auf individueller Ebene für jeden einzelnen Menschen ebenso wie für das große Ganze.

Hier geht es zurück zum Projekt „Visionen für die Zukunft“.