Wersener Umwelt-Agenten
Jeden Freitag Nachmittag dürfen sich zehn Kinder aus allen 4 Jahrgangsstufen der Grundschule Wersen auf einen besonders schönen Wochen-Abschluss freuen: nach dem Mittagessen gehen sie im Rahmen der Ganztagsbetreuung mit ihrer Umwelt-Agenten-AG für zwei Schulstunden raus in die Natur. Bei nahezu jedem Wetter bewegen sich die Kinder im Freien und beschäftigen sich spielerisch mit ihrer Umwelt. Sie alle haben einen richtigen Umwelt-Agenten-Ausweis und tragen Sicherheitswesten, damit sie außerhalb des Schulgeländes gut gesehen werden.
Im Auftrag der Natur erforschen sie die Bodenlebewesen in der Laubstreu, säubern „ihren“ Buchenwald um die Ecke oder unterstützen Igel, Insekten & Co durch den Bau von Nisthilfen und Unterschlupfmöglichkeiten. Aber auch drinnen gibt es für die Umwelt-Agenten spannende Fälle zu lösen: im vergangenen Winter haben sie sich besonders dem Thema Klimawandel und ihren eigenen Möglichkeiten zum Schutz des Eisbären gewidmet.
Derzeit beschäftigen sich die motivierten Umwelt-Agenten ganz intensiv mit den Gartenvögeln. Sie lernen Vogelarten kennen, die das ganze Jahr bei uns verbringen. So können sie inzwischen Vögel wie Rotkelchen, Kohlmeise und Kleiber unterscheiden und erfahren spielerisch, was die Vögel fressen und wie sie ihr Nest bauen. Zum Frühjahr werden dann die Vögel beobachtet, die aus ihren Winterquartieren zurück kommen. Um sich schon mal mit dem Gesang von Zilpzap und Singdrossel vertraut zu machen, lauschen die Kinder einer Vogelstimmen-CD. Spielen, Bewegung und eigene Erfahrungen stehen immer wieder im Vordergrund: bei dem Laufspiel „Greifvogel und Star“ lernen die Kinder beispielsweise, wie schwer es für den Räuber ist, seine Beute aus einem Schwarm zu fangen. Viel Spaß haben Nathalie und Malena auch bei Spielen wie Vogelei-Transport, bei dem die Kinder paarweise ein Ei transportieren ohne es mit den Händen zu berühren. Wenn das Wetter so gar nicht mitspielt, gehen die Kinder rein, malen Vogelbilder aus und arbeiten an ihren Steckbriefen zu den verschiedenen Arten. Im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten steht der bedrohte Gartenrotschwanz: speziell für ihn bauen die Umwelt-Agenten bald Nistkästen und hoffen, dass mit seiner Rückkehr im April ein Pärchen des seltenen Gartenvogels bei ihnen einzieht.
Betreut wird die Gruppe seit ihrer Gründung vor zwei Jahren von Astrid Pflüger-Ott, einer im Rahmen des Projekts „Umweltbildung in der Offenen Ganztagsschule“ von der BUNDjugend fortgebildeten Umweltbildnerin. Mit ihrer Arbeit will sie in erster Linie die Neugier der Kinder wecken. Sie ist überzeugt: „Wer als Kind die Möglichkeit hat draußen zu spielen und mit Spaß die Natur zu erleben, der wird ein positives Gefühl zur Natur entwickeln und als erwachsener Mensch mit der Natur achtsam umgehen!“ Darum legt die ausgebildete Gärtnerin und Dipl. Ing. Landespflege wert darauf, den Kindern nicht nur ihr Wissen, sondern vor allem auch ihre eigene Begeisterung für die Natur weiter zu geben. Motiviert wird sie vom wachsenden Natur-Interesse und der Begeisterung von Kindern wie der Umwelt-Agentin Malena, für die ganz klar ist: „Ich bleib bei den Umweltagenten bis ich aus der Grundschule komme!“



