Die “Waldadler” aus Bochum
Was machen „Waldadler“ nur in Bochum? Sie leben natürlich im Wald, beobachten Tiere und Pflanzen im Jahresverlauf, spielen mit Laub, Ästen und Bäumen und erfahren die Natur mit allen Sinnen. Obwohl es keinen heimischen “Waldadler” gibt, mögen die Teilnehmenden der BUND-Kinder-Gruppe aus Bochum ihren Namen gern und freuen sich auf die Stunden als stolze Adler und Abenteurer im Wald. Im 2-Wochen-Turnus treffen sich die derzeit 14 Kids für ganze 3 ¼ Stunden im Wald. An „ihrem“ Lagerplatz gibt es stets ein kleines Begrüßungsritual und Gruppen-Spiele, bei denen die Gemeinschaft wieder zusammen findet. Wiltrud, die Leiterin, hat immer ein paar Ideen im Gepäck: Spiele mit Naturbezug, Sinnes- und Wahrnehmungsspiele oder kleinere Aufgaben und Rätsel regen die Kinder an, spielerisch und mit viel Spaß das Ökosystem Wald kennen und lieben zu lernen. Hoch im Kurs stehen auch Wiltruds mobile Seilbauten wie Niedrigseilparcours, Baumleitern oder Schaukeln.
Doch viel wichtiger als der vorher ausgedachte Plan sind die Ideen und Wünsche der Kinder: sie können und sollen ihre Waldzeit mitgestalten und tun dies nur allzu gerne durch verschiedenartige Spielideen und spontane Eingebungen. Schnitzen und Lagerbauen sind sehr beliebt, es enstehen aber oft auch kreative Aktivitäten wie beispielsweise das Basteln von Taschen aus Rinden. In 3 ¼ Stunden ist genug Zeit für alles: Gemeinschaft und Allein sein, Action und Abhängen in der Hängematte und ein Picknick auf dem Waldsofa.Gelegentlich machen die “Waldadler” auch Aktionen außerhalb „ihres“ Waldes. Sie helfen dann beispielsweise Freunden und Bekannten bei der Pflege von Naturgärten, der Anlage einer Benjeshecke oder eines Trockensteinhaufens.
Die Umweltbildnerin Wiltrud Geurtz hat die Gruppe 2006 gegründet. Seit der Aufbauphase, in der Kinder über Zeitungsinserate angeworben wurden, sind zwischen 12 und 20 Kinder fest dabei. Für Nachwuchs braucht Wiltrud nicht zu sorgen, der kommt von ganz allein über FreundInnen, Bekannte und Hörensagen nach. Wichtig für die Kids ist nicht nur das Draußen-Sein und die Freiheit, sich mit dem beschäftigen zu können, was gerade wichtig ist, sondern ebenso die Freundschaften und die gewachsene Gemeinschaft. Dies zeigt auch die große Altersspanne der “Waldadler” von 7 bis 13 Jahren (!). Die Älteren übernehmen hierbei gerne mal eine leitende Rolle, helfen den Jüngeren oder leiten Spiele an, die Kleinen lernen von den Großen und bekommen Ideen, was Spaß macht.
Dr. Wiltrud Geurtz ist studierte Biologin und stieß auf der Suche nach einer sinnvollen Aufgabe auf eine engagierte Naturtrainerin und gleichgesinnte Biologinnen, mit denen mehrere Wald-Kindergruppen in Bochum aufgebaut wurden (Ganz nebenbei konnten ihre beiden Kinder gleich wunderbar einbezogen werden.) Daraus hat sich Wiltruds Begeisterung für die umweltpädagogische Arbeit entwickelt, welche sie Zug um Zug weiter ausgebaut hat. Heute leitet sie mehrere Kindergruppen verschiedenen Alters sowie Umwelt-Agenten-Gruppen des BUND und ist Referentin bei verschiedenen Trägern und Einrichtungen im Bereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE). Darüber hinaus ist sie als Fachkraft für Naturwissenschaften im schulischen Bereich in vielen Projekten aktiv (Schulgarten-AG; Projekt „BioSOS“, „Spielort Natur“, Thema „Wasser“ etc.).
Was Wiltrud für ihr Engagement motiviert? „Die Freude der Kinder an der Natur, und zu sehen, wie sie sich in und mit ihr weiter entwickeln. Der Entdeckersinn wird geweckt, „gutes“ Verhalten untereinander gelernt und auch mal Ruhe gespürt und zu schätzen gelernt.“


