BUNDjugend Nordrhein-Westfalen  

Balancepunktprozess im Rahmen unserer Angebote

Wir forschen, wie uns Geld als Tausch- und Kommunikationsmittel für inspirierende Beziehungen dienen kann, durch die ein Gewinn für alle (Individuum, Gesellschaft, Umwelt) entsteht. Als Voraussetzung dafür sehen wir eine verantwortliche und selbstermächtigende Haltung, die durch proaktives Handeln zum Ausdruck kommt.

Im Rahmen unserer Visionssuche für junge Menschen sowie der Jahresreise Transformation kreieren wir hierfür gewidmete Forschungs- und Erfahrungsräume: durch die finanzielle Anteilnahme über individuelle Balancepunkte und den persönlichen Austausch in der Gruppe. Wir wollen, dass jeder junge Mensch unabhängig von seiner finanziellen Ausgangssituation an einer Visionssuche oder Jahresreise teilnehmen kann und dabei zur Selbstverantwortung angeregt und ermächtigt wird.

Unser Anliegen ist es, das Projekt “Visionen für die Zukunft“ unabhängig von der Höhe der Teilnahmebeträge möglich zu machen. Wer unsere Arbeit unabhängig von persönlicher Teilnahme an unseren Angeboten unterstützen will, ist von uns herzlich dazu eingeladen. Unser Wunsch ist eine wachsende Gemeinschaft von Menschen, die durch finanzielle Beiträge ihre persönliche Anteilnahme zum Ausdruck bringen.

Der Balancepunktprozess verläuft zweistufig und rahmt den persönlichen Erfahrungsraum des jeweiligen Angebots ein:

Erster Balancepunkt als Ausdruck persönlichen Einlassens

– mich bekennen, die Schwelle übertreten –

Dieser Balancepunkt ist ein finanzieller Beitrag in selbstbestimmter Höhe, mit dem die*der Teilnehmende sich selbst und dem Team gegenüber bekennt, an den Erfahrungsräumen teilzunehmen. Er ist eine praktische, symbolische sowie rituelle Handlung, mit der die Schwelle von der*dem Interessierten zur*m Teilnehmenden übertreten wird.

Er ist in Bezug auf die erwarteten Erfahrungen der Betrag, den die*der Teilnehmende JETZT schenken will und kann. Die Einladung ist es, dabei deutlich spürbar den (finanziellen) Komfortbereich zu verlassen, ohne dabei finanziellen Mangel zu erzeugen. Aufgrund der sehr unterschiedlichen finanziellen Rahmenbedingungen wie auch persönlichen Beziehungen zum Geld ist der Balancepunkt von außen nicht bewertbar – er steht für uns nicht in Beziehung zum Wert oder dem finanziellen Bedarf unserer Angebote.

Wir empfehlen den Teilnehmenden, ihren Balancepunkt mit Fokus auf ihr persönliches “Bauchgefühl” im Spiegel eines empathischen und wohlwollenden Gegenübers zu ermitteln.

Zweiter Balancepunkt in Beziehung zum Geschehen

– Anerkennung, Würdigung & Dankbarkeit –

Sowohl während der Visionssuche als auch der Jahresreise findet im Rahmen der Veranstaltung ein persönlicher Austausch über die Fakten wie Befindlichkeiten in Bezug auf die Balancepunkte und die Finanzierung des Projekts statt. Nach dem Durchschreiten des Erfahrungsraums laden wir die Teilnehmenden dazu ein ihren ersten Balancepunkt zu überprüfen in Bezug auf die Wertschätzung ihrer jetzt gemachten persönlichen Erfahrungen. Uns ist wichtig, durch Transparenz über die Kosten und aktuelle Finanzierungslage der jeweiligen Projekte die Teilnehmenden zu selbstverantwortlichem Handeln zu ermächtigen. Wir verstehen dies als Einladungen und praktische Erfahrungsräume, um somit die eigenen Wertevorstellungen in Bezug auf Geld zu erforschen.

Im Fall der Visionssuche wird der zweite Balancepunktprozess nach Abschluss des Integrationsjahrs (ein Jahr nach der Visionssuche) geführt. Wichtig ist uns hierbei die Wahrung der Selbstverantwortung und eine klare Kommunikation darüber. Die Teilnehmenden können sich dann freiwillig entscheiden sich mit einem weiteren Balancepunkt oder regelmäßigen Beitrag am Projekt weiter zu beteiligen oder dieses anderweitig zu unterstützen.

Die Verantwortung für das Gelingen der Finanzierung unserer Angebote liegt beim Projektteam und nicht bei den Teilnehmenden.