BUNDjugend Nordrhein-Westfalen  
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camp for [future]

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Das war das camp for [future] 2018

Zum zweiten Mal fand dieses Jahr das camp for [future] in Kerpen-Manheim statt. Vom 17. – 26. August kamen täglich rund 150 junge Menschen zusammen, um gemeinsam friedlich und bunt über Themen wie Klimaschutz, Klimagerechtigkeit und Nachhatligkeit zu lernen und selbst aktiv zu werden. 

Das camp for [future] fand in unmittelbarer Nähe zum von der Braunkohleförderung bedrohten Hambacher Wald und dem Tagebau Hambach statt, welcher ein Kristallisationspunkt der Klimaschutzbewegung ist und sinnbildlich für die verpassten Klimaschutzziele und Lobbyismus von Großkonzernen steht. Der Umgang mit dem Braunkohleabbau und der dringend notwendigen Energiewende standen im Mittelpunkt des Camps. So fanden verschiedene Veranstaltungen zu diesen tagesaktuellen Themen statt, wie beispielsweise eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zum Thema Energiewende, in der eine sachliche Auseinandersetzung für einen nachhaltigen Strukturwandel der Region stattfand, und eine emotionale Gesprächsrunde mit umgesiedelten Bewohnern der Region. Außerdem gab es auch konkrete Aktionen, die von der BUNDjugend organisiert wurden, wie eine Fahrraddemo um den Tagebau Hambach, der Critical Rave, eine Tanzdemo in Köln, bei der für Themen wie der Energiewende und Gerechtigkeit in Europa getanzt wurde oder die Errichtung und Einweihung eines gelben Kreuzes in Sichtweite der Abbaukante, direkt neben dem Hambacher Forst, wo es auf dem sogenannten Widerstandsackers des BUND als mahnender Hinweis für die vielen Gerichtsprozesse steht, die hier geführt wurden. Doch auch wenn das Thema Braunkohle zentral war, hat sich das Camp als ein Experimentier- und Möglichkeitsraum für gelebte Nachhaltigkeit darüber hinaus mit vielfältigen weiteren Zukunftsthemen und Lösungsansätzen befasst.

Dies sollte nicht nur durch die verschiedensten theoretischen und praktischen Workshops, sondern auch durch ein abwechslungsreiches Abendprogramm sowie die praktischen Aktionen geschehen. So besuchten die Teilnehmenden tagsüber mit Begeisterung Workshops, in denen sie Themen von Feminismus über die Energiewende bis hin zur Klimagerechtigkeit und alternativen Lebenskonzepten behandelten, sowie praktische Fähigkeiten wie beispielsweise Fermentieren oder Siebdruck erlernten. Doch schon nach ein paar Tagen lebten sich die Teilnehmenden auch selbst zunehmend kreativ aus und boten im vorgesehenen Open Space selbst Workshops zu Themen wie Upcycling oder Stromerzeugung an, machten darüber hinaus Sport und Musik, versuchten sich an Jonglage und eröffneten Diskussionsrunden zu Themen wie Kapitalismuskritik und der Oben-Ohne Debatte.

Überhaupt lebte das Camp davon, dass alle sich einbringen konnten und dies auch taten, sei es in den verschiedenen Kleingruppen, die sich beispielsweise mit der Koordination von Infrastrukturfragen oder der Moderation des morgendlichen Plenums befassten oder ganz praktisch beim Kloputzen, Spülen oder Schnippeln in der Küche. So ging es im Camp nicht nur darum, sich theoretisch mit Zukunftsthemen auseinanderzusetzen, sondern auch praktisch neue Formen des Zusammenlebens auszuprobieren.

Doch nach dem ganzen Input und getaner Arbeit sorgte auch ein abwechslungsreiches Abendprogramm im großen Zirkuszelt für den nötigen Ausgleich: von Poetry Slam und Party, zu Konzerten und Open Stage war alles dabei, sodass auch der Festivalcharakter des Camps nicht zu kurz kam.

Das Besondere am camp for [future] war nicht nur die entspannte und offene Atmosphäre, in denen leicht neue Freundschaften geschlossen wurden und die auch von den vielen Hängematten und Lagerfeuerabenden gespeist wurde, sondern auch wie viele verschiedene Menschen und Organisationen zusammenkamen, um das Camp mitzugestalten. So konnten Teilnehmende gemeinsam mit der Velokitchen ihre Fahrräder reparieren, mit den Buirern für Buir deren (nun fatalerweise nach einer vermuteten Brandstiftung ausgebrannten) Bündnismobil ausbauen, im von Democracy International und Mehr Demokratie e.V. zur Verfügung gestellten Dome über Themen wie die Partizipation von Jugendlichen in Politik und Klimaschutz diskutieren, gemeinsam mit dem Küchenkollektiv „Die Maulwürfe“ leckeres veganes Essen zubereiten oder sich mit den internationalen Teilnehmenden des Workcamps vom IJGD austauschen und und gemeinsam beim Auf- und Abbau des Camps mit anpacken.

Außerdem wurden auf dem camp for [future] wirklich alle willkommen geheißen. Es kamen Menschen mit den unterschiedlichsten Meinungen und Hintergründen zu Besuch, um mitzuhelfen, sich friedlich auszutauschen oder sich einfach nur ein Bild vom Camp zu machen. Flüchtlinge aus Manheim, die seit Jahren in einem Dorf leben, welches immer weiter umgesiedelt wird und sich zunehmend in ein Geisterdorf verwandelt, Menschen aus der Region, die den Braunkohleprotesten kritisch gegenüber stehen, sowie Aktivisten und Aktivistinnen aus der Besetzung des Waldes, die sich und ihre Art des Protests vorstellen wollten. Die Presse war ebenfalls gut vertreten und berichtete sehr positiv vom Camp, wodurch sich viele zunächst kritisch gestimmte Menschen aus der Region zu einem Besuch eingeladen fühlten, und es gab auch Besuche von RWE und der Polizei, welche letztlich in sehr anregende Diskussionen und Gespräche übergingen. So förderte das Camp auch den friedlichen Dialog in der Region.
WDR Beitrag

Das camp for [future] in einem so kurzen Bericht zusammenzufassen ist sehr schwierig, wenn nicht unmöglich, deshalb macht euch am besten selbst ein Bild und kommt nächstes Jahr vorbei oder seid schon bei den Vorbereitungen im Mitmachteam dabei!

Darüber hinaus wird es auch im Herbst und Winter in verschiedenen Diskursformaten einen sachlichen und friedlichen Austausch geben; eine große Herausforderung angesichts der sich aktuell zuspitzenden Situation. Doch wir bleiben dabei und werden uns aktiv für gemeinsame Lösungen einsetzen, um durch Dialog und Kooperation für einen gesamtgesellschaftlichen Wandel einzustehen.

 


camp for [future] 2017 – schön wars!

Vom 18. bis 29. August diesen Jahres fand im Rheinischen Braunkohlerevier in der Nähe zum Hambacher Wald ein Camp der besonderen Art statt. Über die zehn Tage verteilt kamen rund 250 junge Menschen am Rande von Kerpen-Manheim zusammen, um gemeinsam Workshops zu machen, sich über Zukunftsthemen zu unterhalten oder einfach die schöne und lockere Atmosphäre des Camps zu genießen. Wir haben geholfen leckeres veganes Essen zu kochen und zu verspeisen. Wir haben uns mit Themen wie Kohle und Klimaschutz, wie Feminismus und Rassismus aber auch mit unserer Wirtschaft beschäftigt.

Der Tag hat mit einem gemeinsamen Plenum begonnen und mit schöner Musik von verschiedenen Bands geendet. Eine Podiumsdiskussion zum Braunkohleausstieg und ein Poetry Slam Abend waren auch mit von der Partie.

Bei einer großen Fahrradtour, der Tour de [future], haben wir uns mitsamt Eisbär und Pinguin die Schrecken des Tagebau Hambachs von Nahem angesehen und den riesigen Baggern bei ihrer Zerstörung zugeschaut. Im Gegensatz dazu steht die Waldbesetzung des Hambacher Waldes, bei der Menschen in Baumhäusern leben, um gegen die Abholzung des artenreichen Forst zu protestieren. Sich mit diesen Menschen, aber auch mit den Bewohnern des inzwischen schon fast vollständig verwaisten Manheims über ihre Lebenssituation zu unterhalten, macht nachdenklich. Und bestärkt umso mehr darin, dass die laute und bunte Rote Linie Aktion entlang der alten A4 ein wichtiges Zeichen gegen den Kohleabbau dargestellt hat!

Wir bedanken uns bei allen Menschen, die das Camp zu dem gemacht haben, was es war: Den Teilnehmer*innen, Helfer*- und Unterstützer*innen direkt auf dem Camp und natürlich auch den Anwohner*innen für ihre Offenheit und den schönen Austausch.

 

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